Ausbildungszentrum und Baum der Träume

Baum der TräumeBaum der Träume

In unseren Berufsausbildungskursen im Ausbildungszentrum "GIRASSOL"  ist ein Weg, ein Ziel vorgegeben: eine Reise, die in 5 Monaten intensiver Interaktion zwischen den Teilnehmern zurückgelegt werden muss.

Diese Reise orientiert sich an einer vorgezeichneten Route, die in ihrem Verlauf verschiedene zentrale Meilensteine aufzeigt, Meilensteine, die wiederum erlebt, erarbeitet, überdacht und erschaffen werden müssen. Diese Meilensteine werden ganz besonders betrachtet unter dem Aspekt der grundsätzlichen Wertschätzung des Lebens, das heißt, der Erkennung und Erweiterung der Verpflichtungen sich selbst gegenüber und gegenüber seinen Mitmenschen; ebenso ist die Suche und Realisierung von persönlichen und kollektiven Projekten ein wichtiger Bestandteil dieser Route, damit Schwierigkeiten, Enttäuschungen und Traurigkeit zu Herausforderungen werden, um Lösungen zu finden, sowohl im persönlichen Bereich als auch in seinem Umfeld.
Gerade für diese Jugendlichen, die in ihrer Mehrheit im täglichen Leben unzählige Schwierigkeiten und Hindernisse aufgrund geringer finanzieller Mittel zu bewältigen haben und selten Zugang zu qualifizierten beruflichen Chancen finden, ist im Laufe des Kurses auch das "Projekt Leben" eingeschlossen. "Projekt Leben" ist die universelle menschliche Fähigkeit, sich den Widrigkeiten des Lebens zu stellen, mit ihnen zu wachsen, sie zu überwinden und diese für die persönliche und berufliche Entwicklung zu nutzen.
Also war unser Ausgangspunkt, sich auf das freundliche Wesen, die rationale Denkweise, die körperliche und transzendente Beschaffenheit des Jugendlichen zu konzentrieren, diese Qualitäten auf seine wichtigsten Ziele oder Wünsche zu beziehen und damit zusammenhängend die Etappen oder notwendigen Stufen festzulegen, die für die Realisierung der Pläne notwendig sind.

Bilder vom Ausbildungszentrum mit Auszubildenden

Der "Baum der Träume" ist eine dieser Aktivitäten, wo die Möglichkeiten, "Träume" zu erfüllen, durch Filme, Interviews und Dokumentationen dargelegt werden. Die Jugendlichen erzählen von ihren Träumen und im Laufe der Gespräche wird ermittelt, was zu tun ist, um diese Träume zu erfüllen. Jeder wird gebeten, drei Blätter an den Baum zu hängen mit seinen kurzfristigen, mittelfristigen und langfristigen Träumen. Der "Baum der Träume" setzt sich nun mit der Vielzahl dieser Blätter zusammen. Während des Kurses wird über diese Träume diskutiert, denn über das "Träumen" hinaus ist es wichtig zu wissen, "was muß ich tun, um den Traum zu realisieren".

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Peter Thomaschewski: Mein Besuch im Lar GIRASSOL im April 2013

Seit meinem letzten Besuch im Oktober 2012 sind ein paar Monate vergangen und ich hielt am 10. April 2013 einen Vortrag vor dem Altenclub in Liederbach.
Die Seniorinnen hatten für den Weihnachtsbasar in der katholischen Gemeinde St. Marien Gestecke, Kränze und kleine Geschenke gebastelt und an die Besucher verkauft.

Kinder und Erzieherin im Lar GIRASSOLEs kamen mehrere Hundert Euro zusammen, die für GIRASSOL gespendet wurden. Mein Vortrag wurde von der sehr realistisch gefilmten DVD über GIRASSOL von Herrn Krambrock unterstützt.

Entsprechend war die Betroffenheit über die Umstände in der brasilianischen favela in Grajaú, direkt neben dem Lar GIRASSOL.
In der darauffolgenden Woche besuchte ich wieder São Paulo. Mit dem brasilianischen Stadtplan auf meinem Navigationssystem verfuhr ich mich nur einmal auf meinem Weg durch die Stadt.

Das Hallo beim Empfang war riesig – wie immer.
Es ist eine andere Welt: Vor den Toren Hektik, trister Asphalt, graue Mauern und im Lar GIRASSOL: Ruhe und grün, Blumen, viele Farben und fröhliche Menschen.

Ich konnte diesmal zwei Koffer mitnehmen, einer war voll mit Stofftieren, Spielsachen, Puzzles und natürlich Gummibärchen.

Was gab es Neues? Ein neuer Ausbildungszweig wurde in Zusammenarbeit mit dem Holiday Inn etabliert: Fachausbildung zur Servicekraft, dies auch im Hinblick auf die Megaevents in 2014 (Fußball) und 2016 (Olympiade).
Vorher gab es schon die Ausbildung für Pflegekräfte, auch ein sehr gesuchter Ausbildungszweig.

In der Kinderkrippe lagen vier Babys, eines war einfach vor einem Krankenhaus liegen gelassen worden. Hier wird sich darum gekümmert.
Auf dem Weg zum Speisesaal nahm mich ein kleiner Junge an der Hand: „Nimmst Du mich mit Onkel?" Das ging leider nicht. Die Kinder sind anhänglich und offen gegenüber Besuchern, ein Zeichen, dass sie sich im Lar GIRASSOL wohlfühlen.

Natürlich kommt die Hilfe von GIRASSOL nur einem winzig kleinen Teil der bedürftigen Kinder zu Gute. Aber es ist ein sehr wertvoller Dienst.
Im Laufe der vielen Jahre des Wirkens von Angelika Pohlmann und Ihrer Helfer addieren sich so die einzelnen Dienste zu einem großen Beitrag an der Menschheit.

Nach meinem Besuch in Lar GIRASSOL ging es wieder quer durch die Stadt, ich tauchte ein in den Verkehrsstrom und musste mich sehr konzentrieren und den Eigenheiten brasilianischen Verkehrs anpassen.
Zurück in Deutschland denke ich oft an die Kleinen in einer Insel der Geborgenheit mitten in Grajaú, einem Vorort von São Paulo, der so viele Einwohner wie Frankfurt hat.

Peter Thomaschewski

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Peter Maffey besucht Lar Social GIRASSOL

Angekündigt im Kinderheim Lar Social GIRASSOL war eine Delegation von Vertretern von "terre des hommes" Deutschland und Betriebsräten der Volkswagen AG in Wolfsburg. Man wollte sich über den bereits bewilligten Ausbildungszweig "Hotellerie und Eventmanagement" im Berufszentrum von Lar GIRASSOL erneut informieren.Die Aktion "Eine Stunde für die Zukunft" der Volkswagen-Belegschaft hatte schon im Jahr 2007 einmal unsere Institution mit Projektmitteln unterstützt.

Peter Maffay mit Kindern von GIRASSOLPeter Maffay mit der Delegation von Vertretern von "terre des hommes" Deutschland und Betriebsräten der Volkswagen AGAngelika Pohlmann, Monika Senn und weitere Mitglieder des Arbeitskreises, Werner Heuck, Evando Freitas, Nelio Tavares, Romulo in Vertretung von Cleusa Enck, Candida Mottecy, sowie die Lehrer, Kinder und Mitarbeiter staunten nicht schlecht, als Peter Maffay in der Delegation mit dabei war.

Eine solch freudige Überraschung mit dem berühmten Sänger und dem Erfinder des kleinen Drachens Tabaluga hatte wohl niemand erwartet. Peter Maffay sowie die Delegation hörten den Ausführungen von Angelika Pohlmann und anderen Gesprächspartnern interessiert zu, machten sich Notizen und den Besuchern war sehr daran gelegen, sowohl das Ausbildungszentrum als auch das Kinderheim genau kennenzulernen.
Das gemeinsame Mittagessen wurde zusammen mit den Kindern und Mitarbeitern des Heimes eingenommen.
Neben einigen CDs mit seinen neuesten Liedern überreichte er Angelika Pohlmann - stellvertretend für die Institution natürlich den kleinen Drachen Tabaluga.

Peter Maffay und Monika SennPeter Maffay und Angelika PohlmannAuch die Vertreter von "terre des hommes" - Albert Recknagel, Werner Lamotke, Beat Wehrle und Milagro Brondi - zeigten sich beeindruckt von der Qualität der Arbeit, die im Lar GIRASSOL geleistet wird. Ebenso lobte die Vertreterin des Volkswagen-Betriebsrates, Frau Angela Kaspar, die Initiative zum neuen Ausbildungsgang. Diese Arbeit liege genau auf der Linie der jüngst gegründeten Belegschaftsstiftung der Volkswagen AG in Deutschland. Diese unterstütze nämlich primär Ausbildungsaktivitäten.

Die gesamte Delegation war nicht nur wegen des Lar GIRASSOL und wegen anderer Projektbesuche nach Brasilien gereist, sondern in erster Linie wegen der Eröffnung einer neuen Aktion der Volkswagen-Belegschaft "A chance to play". Dieses Projekt, geleitet und betreut von Herrn Tutu Beat Wehrle, ebenfalls "terre des hommes", soll benachteiligten Kindern und Jugendlichen einen Raum für Spiel und Sport eröffnen, und damit ihre Entwicklungsmöglichkeiten nachhaltig fördern. Das Projekt war bereits anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika gestartet worden und wird jetzt auf Brasilien übertragen. Angelika Pohlmann, die Führungskräfte Candida Mottecy und Elisangela Lins sowie Kinder von GIRASSOL nahmen an der offiziellen Eröffnung des Projektes in São Bernardo do Campo (im Großraum São Paulo gelegen) als geladene Gäste teil.

Angelika Pohlmann und Peter MaffayPeter Maffay, der auch im Beirat der Volkswagen-Belegschaftsstiftung mitarbeitet, ist für sein vielfältiges soziales Engagement bekannt. Seine eigene "Peter-Maffay-Stiftung" hilft in Europa vor allem Kindern mit psychischen Gesundheitsschäden. Es ist einfach vorbildlich, wenn sich solch prominente Persönlichkeiten sowie aber auch sozial denkende Menschen in den Dienst der Schwächsten der Gesellschaft stellen."

Bericht: Monika Senn

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Neuer Film über unser Projekt liegt vor

Kindern eine Zukunft geben - Das Projekt GIRASSOL in São Paulo

Im Herbst 2011 entstand diese neue, aktuelle Dokumentation über das Projekt GIRASSOL - Kinderheim und Berufsbildungszentrum in São Paulo - durch vier Mitglieder des Förderverein Girassol aus Deutschland.

Das Filmteam mit LuanaDas Filmteam mit Luana

Der Film zeigt nicht nur den Lebensraum der Kinder im Heim, sondern auch, woher viele der Kinder und Jugendlichen kommen, ihre Wurzeln haben, und wo sie die staatliche Schule besuchen. So erhalten die ZuschauerInnen einen kleinen Einblick in das Leben von den jungen Menschen in Brasilien, die nicht zur privilegierten Schicht gehören und in der Regel aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen.
Zwei Jugendliche aus dem Berufsbildungszentrum, Luana und Rafael, führen wie „echte Profis" charmant und informativ durch den Film. Anders als die Filmemacher aus Deutschland kennen sie die Situation und Angebote durch eigenes Erleben und nehmen ihre Chance auf eine bessere Zukunft bewusst und tatkräftig in die Hand. Luana, Rafael und Margarete - eine angehende Schwesternhelferin, die in einer favela wohnt - stehen für viele andere junge Menschen, die stolz darauf sind, durch GIRASSOL in die Lage versetzt zu werden, ein eigenständiges Leben zu führen und später einmal für sich selber und eine Familie sorgen zu können.
GIRASSOL ist mehr als nur ein Unterschlupf und Versorgungsstation für Kinder und Jugendliche - es ist ein Zuhause mit Herz für Groß und Klein geworden.
Für den Kommentar konnte der bekannte Sprecher Bodo Venten gewonnen werden. Auch er hat, wie das gesamte Team, auf ein Honorar verzichtet und den Film ehrenamtlich begleitet. Dank an dieser Stelle auch an alle "Girassolas", die mit soviel Charme und Engagement den Film bereichern!

Friederike bespricht Rafaels nächsten TakeFriederike bespricht Rafaels nächsten TakeMusikalisch untermalt wird der Film durch traditionelle Volksmusik aus dem Inneren von Brasilien (Forró und Sertanejo). Das repräsentiert eher die Musik der „armen Leute", als der ansonsten mit Brasilien verbundene Samba.

Wir möchten mit diesem Film unser Projekt vorstellen und zeigen, wofür Ihre Spenden verwendet wird, und dass es sich lohnt, dieses Projekt finanziell zu unterstützen. Bitte nutzen Sie diese DVD, um für unsere Arbeit zu werben und neue SpenderInnen zu finden.

Mitte Dezember, rechtzeitig zum Versandt vor Weihnachten an alle Mitglieder und Dauerspender, liegt eine neue DVD über die Arbeit im Projekt Girassol vor. 

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Fam. Pfeffer im Lar GIRASSOL Mai 2012

Martin und Brigitte Pfeffer mit zwei Kindern in Lar GirassolMartin und Brigitte PfefferVon unserer Tochter Kathrin, die in São Paulo lebt, hatten wir schon viel vom Kinderheim "Lar Social GIRASSOL" gehört und uns aus der Entfernung schon an vielen Aktionen des Heims beteiligt. Anlässlich einer Reise nach Brasilien im Mai 2012 hatten wir nun auch endlich die Gelegenheit, das Kinderheim GIRASSOL persönlich kennenzulernen.

Was für eine angenehme Überraschung! Wir hatten wirklich nicht damit gerechnet, in diesem Kinderheim so viel Organisation, so viel Sauberkeit, so viel Disziplin, aber auch so viel Herzlichkeit, Fürsorge und Liebe anzutreffen. Die Kinder haben uns mit offenen Herzen empfangen, uns ihr Heim in allen Einzelheiten gezeigt, uns ihre musikalischen Talente vorgeführt – und das alles Flöte spielendes Mädchen mit zwei weiteren Mädchen in Lar GIRASSOLvollkommen spontan. Das gute Einvernehmen zwischen Mitarbeitern und Kindern war nicht zu übersehen.
Außerdem haben wir auch noch das Berufsausbildungs-Zentrum besuchen dürfen. Die Ausstattungen der Schulungsräume, der Ausbildungsplan, die anwesenden Lehrkräfte, die den Unterricht vorbereiteten, das alles hat uns sehr beeindruckt. Wir haben gesehen, dass sowohl das Heim als auch das Berufsausbildungs-Zentrum mit großem Einsatz und größtem Verantwortungsbewusstsein geführt wird.

Wir möchten hier den Verantwortlichen, die dieses Haus gegründet und aufgebaut haben und mit so viel Kompetenz und persönlichem Einsatz führen, unsere allergrößte Anerkennung aussprechen.

Martin und Brigitte Pfeffer
Haigerloch / Stuttgart

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