Besuchsbericht von Thomas und Valentina

 Bei meinem letzten Besuch, Ende 2016, in meiner früheren Heimat São Paulo hatte ich die Gelegenheit, mit Angelika Pohlmann der Institution SBA GIRASSOL 'mal wieder einen Besuch abzustatten. Seit dem letzten Besuch vor einigen Jahren hat sich dort viel verändert. Zum ersten Mal konnte ich mir ein Bild des neuen Berufsausbildungszentrums machen. Dieses wurde meiner Freundin und mir von sehr engagierten Lehrern und Angestellten, aber auch den Schülern selbst vorgestellt. Die Kurse des Zentrums reichen von Computer-Technik über Schneiderei bis hin zu Betriebswirtschaftslehre. Bei letzterem wurde uns zum Beispiel gezeigt, wie anschaulich die Schüler lernen, wie eine Geschäftsidee bis hin zur Vermarktung gebracht wird. Das fertige Produkt haben wir uns im Anschluss der Besichtigung schmecken lassen.

Beeindruckt hat uns, wie selbstbewusst die Schüler uns ihre Kurse vorgestellt haben. Beeindruckend deshalb, weil es sich gerade um Kinder aus armen Verhältnissen mit schwacher schulischer Bildung handelt. Und wenn diese Jugendlichen eine Ausbildung zu Ende bringen und ihr erlerntes Wissen im Beruf einbringen können, werden sie ihren geraden Weg zielstrebig und selbstbewusst verfolgen. Auch ist uns aufgefallen, mit wie viel Liebe zum Detail das Ausbildungszentrum geführt wird. Dies trifft natürlich auch auf die Kindertagesstätte zu. Der Besuch der kleinen Kinder ist immer ein Höhepunkt bei einem Besuch im GIRASSOL. Es ist immer bewegend zu sehen, wie wohl sich die Kinder aus sehr einfachen Verhältnissen in der Obhut der Angestellten von SBA GIRASSOL Kids fühlen und wie glücklich sie dadurch sind. Wir hoffen, dass GIRASSOL noch viele Jahre dazu beitragen wird, solchen Menschen die Chance auf ein besseres Leben zu ermöglichen. Aus diesem Grunde werden meine Freundin und ich gerne GIRASSOL weiter finanziell unterstützen.

von Thomas Acker

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Fotovoltaik - Die Idee

GIRASSOL ist seit der Gründung zu einer großen Einrichtung geworden. Im täglichen Betrieb stieg folglich auch der Stromverbrauch stetig an und schlug mittlerweile mit knapp € 10.000,00 im Jahr zu Buche. Wiederholt wurde in São Paulo mit der Idee gespielt, eine Fotovoltaikanlage anzuschaffen, die hilft, die Ausgaben für Energie zu senken. Umgesetzt wurde der Plan nie; er scheiterte immer wieder an den hohen Installationskosten: € 50.000,00.

Brasilien befindet sich seit Jahren in der Krise, wirtschaftlich wie politisch. Die Preise steigen generell wegen der zunehmenden Inflation; die Strompreise erhöhte die Regierung per Erlass zusätzlich um 30%.

Mehr denn je erschien es nun außerordentlich sinnvoll, eine Solarzellenanlage auf einem der großflächigen Dächer von GIRASSOL montieren zu lassen.

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Abschlussfeier im GIRASSOL Pro

Bericht von der Abschlussfeier im Berufsbildungszentrum GIRASSOL Pro, Juni 2016

Der 25. Juni 2016 war ein kalter, etwas nebliger Wintermorgen in São Paulo, der Tag der Abschlussfeier im GIRASSOL Pro (Berufsbildungszentrum = BBZ in Grajaú) für das erste Halbjahr 2016.

Mitglieder des SchönheitskursesSchon am Vortag liefen die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten auf Hochtouren: im (Ausbildungs-) Friseur-Salon brachten die Jugendlichen untereinander ihr Äußeres in Topform. Der überdachte Sportplatz wurde zur Aula umfunktioniert (Stuhlreihen aufstellen, Podium aufbauen, Deko anbringen, Sound-checks, usw.) und einige Grüppchen probten ihre Auftritte für den kommenden wichtigen Tag. In der Küche wurden Berge von Sandwiches und Kuchen zubereitet, in der Näherei das zur Ausstellung drapiert, was die Schüler in der Ausbildung gefertigt hatten. Es herrschte Aufbruchstimmung pur auf dem ganzen Gelände!
2 Mädchen von GIRASSOL Pro bei einer ProbeUm 9.00 Uhr am Samstag (25.06.) war es dann soweit! Eine große Anzahl Zuschauer (Angehörige der Auszubildenden, GIRASSOL-Unterstützer und -Spender, Leute aus der Nachbarschaft) hatte die Stuhlreihen bevölkert, die Beisitzer auf dem Podium Platz genommen; da führten die Lehrer ihre jeweilige Gruppe Auszubildender herein - etwa 160 sehr aufgeregte, sehr stolze Absolventen, alle herausgeputzt für den bedeutenden Anlass. Nach dem Abspielen und Singen der brasilianischen Nationalhymne wurden diverse Reden gehalten, im Wechsel mit verschiedenen Einlagen: ein ehemaliger Schüler spielte eine wunderschöne Melodie auf der Flöte (Blockflötenspielen hatte er vor Jahren im GIRASSOL gelernt!); einige 'Näherinnen' veranstalteten eine kleine Modenschau mit Selbstproduziertem; ein Trio aus dem 'Beauty-Kurs' begleitete vier Gesangsnummern instrumental - gesungen dazu hat die Tochter der Ausbilderin, den Schülern ihrer Mutter zum Geschenk.
Der Höhepunkt der Veranstaltung war natürlich die Übergabe der Abschlusszertifikate, jedem einzelnen Abgänger persönlich. Verstohlen wischten sich Mütter und Omas im Publikum gerührt die Augen, manch einem Absolventen rannen die Tränen über die Wangen. Und mittlerweile strahlte auch die Sonne warm vom wolkenlosen blauen Himmel!
Blockflötenspieler vor PublikumFür jeden Ausbildungszweig hielt jeweils ein Schüler-Vertreter eine kurze Ansprache. Alle fanden Worte des tiefen Dankes an ihre Lehrer und an jene, die durch ihre Spenden GIRASSOL möglich machen. Viele der BBZ'ler betonten, erstmals in ihrem Leben mit Respekt behandelt worden zu sein, für voll genommen worden zu sein, erfahren zu haben, wie Abläufe im täglichen Miteinander auch ohne Gewalt regelbar sind. Alle unterstrichen, dass die Zeit, die sie im GIRASSOL verbracht hatten, ihnen viel mehr als nur berufliches Fachwissen vermittelt hatte, dass sie Grundlegendes und ihre Zukunft Prägendes erfahren und gelernt haben.
Mädchen im roten Kleid mit BlockflöteUns, die wir einer Abschlussfeier im GIRASSOL Pro zum ersten Mal beiwohnen konnten, ist das Herz aufgegangen! Wir haben persönlich erleben können, was durch die vielen zusammengetragenen Spenden und unsere Arbeit bewirkt werden kann. Mitten in Grajaú, einer 'Arme-Leute-Gegend', in der brutale Kriminalität und Gewalt, Perspektivlosigkeit und hohe Arbeitslosigkeit herrschen, geben wir Menschen eine Zukunft, die etwas mehr Ähnlichkeit mit der Zivilisiertheit der Gesellschaft zu tun hat, wie sie für uns normal ist! Auch wenn unsere Absolventen nur erste beschränkte Berufsgrundlagen erwerben, so eröffnen sich ihnen dennoch Wege, die aus der sozialen Verwahrlosung und aussichtslosen Zukunft herausführen.
Die Erlebnisse am Vormittag des 25. Juni 2016 bescherten uns eine immense Motivation, unseren Einsatz für das Sozialprojekt SBA GIRASSOL so engagiert wie möglich fortzusetzen!
Langenfeld, 03. Juli 2016
Andreas Krebs und Friederike Budweg-Krebs

Die Modenschau

Der Blockflötenspieler

Das Girassol Lied, als Musiker die 'Beauty-Combo'!

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Neue Kurse im GIRASSOL Pro

Aktueller Bericht über GIRASSOL Pro von Thomas Polisaitis, Geschäftsführer unseres Partners SBA in São Paulo.

Zwei Kursteilnehmer frisieren eine andere TeilnehmerinIm Ausbildungszentrum werden heute 338 Jugendliche zwischen 16-24 Jahren unterrichtet. Unterteilt in folgende Berufszweige: Verwaltungsassistent, Mode, Zuschneiden und Nähen, Elektrik, Informatik, Schönheitspflege, Friseur. Zweimal in der Woche gibt es für Erwachsene über 24 Jahre eine Möglichkeit, im Bereich Mode und Schönheitspflege berufliche Kenntnisse zu erwerben.

Der Unterricht begann im Februar mit einer Integrationswoche. An diesen Tagen wurden die Geschichte der Organisation SBA GIRASSOL vorgestellt, Gruppenspiele veranstaltet, Gemeinschaft gefördert und das Allgemeinwissen geprüft. Soziales Verhalten, Ethik, Auftreten, Selbsterkenntnis und -beurteilung, Zielsetzung standen bei den Auszubildenden ferner auf dem Tagesprogramm. In den folgenden Monaten kommt der ausgearbeitete Ausbildungsplan des jeweiligen berufsbildenden Kursus zur Anwendung.

 

Die Teilnehmer beim SportMehrere Teilnehmer im Gespräch

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Neue Leitung im GIRASSOL

Cleibe Pereira Viana de AssisMit einem Führungswechsel der pädagogischen Leitung für SBA GIRASSOL Kids/Pro sowie zwei neuen Gruppen-Helferinnen, welche sich in der pädagogischen Ausbildung befinden, begann das Jahr 2016.
Frau Cleibe Pereira Viana de Assis (kurz: Dona Cleibe) arbeitet sich in ihre Führungsposition ein, wird von allen Mitarbeiten respektiert und offen unterstützt.
von Thomas Polisaitis, Geschäftsführer SBA

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