Weihnachtsbrief 2019

Liebe GIRASSOL-Freunde,

Schon ist die Zeit der Rückblicke, Jahreszusammenfassungen und Bilanzierungen angebrochen. Für den Förderverein und GIRASSOL können wir mit Überzeugung behaupten: 2019 war ein gutes Jahr! Dank der harmonischen, professionell-effizienten Zusammenarbeit mit unserem lokalen Trägerverein SBA konnte wirklich viel erreicht werden in São Paulo.

Eine erneute signifikante Spende von Sternstunden e.V. machte es möglich, im Berufsbildungszentrum die Schneiderei- und die Elektrik-Lehrwerkstatt zu renovieren und mit modernen, digital unterstützten Geräten und Apparaturen auszustatten und außerdem einen neuen Bäckerei-Kurs mit dazugehöriger Lehrwerkstatt einzurichten. Über das gesamte Unterfangen berichteten wir wiederholt auf Facebook, unserer Homepage und im letzten Sommerbrief. Zur Jahresmitte starteten wir einen Sonderspendenaufruf an unsere Förderer und Unterstützer, für den Kauf eines 7-sitzigen Autos für GIRASSOL – die Aktion „COMBI“ war ein absoluter Erfolg! Es konnte der neue Wagen erworben werden und sogar sein Betrieb ist für längere Zeit gewährleistet, ohne das Budget vor Ort zu belasten! Auch hierzu berichteten wir über die bereits erwähnten Kanäle.

GIRASSOL ist in Grajaú ein Leuchtturm, für viele Menschen in der Gegend ein Ort der Hilfestellung. Die Leitung der Einrichtung ist fortwährend bemüht, die vorhandene Infrastruktur noch optimaler zu nutzen: einmal wöchentlich öffnet jetzt die ambulante Außenstelle der öffentlichen Gesundheitsversorgung der Allgemeinheit in einem Raum in GIRASSOL die Tür – für viele Patienten wäre der Weg zum Arzt sonst schlicht zu weit und zu teuer. Regelmäßig werden an gleicher Stelle Impfkampagnen durchgeführt für unsere Kinder, Jugendlichen, Mitarbeiter und deren Angehörigen, wie auch der benachbarten Bevölkerung.

Bildung ist der Schlüssel zum Aufstieg aus der favela – nicht nur für Kinder und Jugendliche. 20 Erwachsene, Angehörige unserer „jungen Klientel“ werden 2019 erstmals in einem Pilotprojekt in GIRASSOL auf ihre ENCCEJA – Prüfung vorbereitet. Dieses Angebot richtet sich an Menschen ohne Schulabschluss, diesen nachzuholen – ein Zertifikat, das allerdings unabdingbar ist für beinahe alle berufsbildenden Möglichkeiten in Industrie und Wirtschaft. Mit diesem Abschlusszertifikat können die Menschen einen großen Schritt Richtung Ausbildung und geregeltes Einkommen gehen und davon profitieren natürlich ganze Familien. Die Lehrer für dieses Angebot sind Freiwillige aus unserem Lehrkörper. Und das belegt, unserer Ansicht nach, das unendlich wertvolle GIRASSOL-Solidaritätsgefühl unserer Mitarbeiter! Schon seit Jahren bieten die Lehrerinnen des Schönheitspflege- und des Schneiderei-Kurses auf ehrenamtlicher Basis ein „Parallelkürs-chen“ für Erwachsene an – für viele dieser (fast immer sind es) Frauen ist diese, die erste Gelegenheit, in ihrem Leben etwas zu lernen, um sich weiterentwickeln zu können.

An einem solchen Schneiderei-Kurs nahm die Großmutter von Andressa teil und erfuhr dabei von der Verwaltungsgrundlagen-Ausbildung. Sie erreichte, dass die Enkelin sich bewarb und diese erhielt auch einen GIRASSOL-Ausbildungsplatz, gerade weil die katastrophalen Familienverhältnisse durch die Erzählungen der älteren Frau bekannt waren. Andressa ist eine gute Schülerin, wird jedoch von Beginn an durch ihre krankhafte Schüchternheit an einer gesunden Entfaltung ihrer Fähigkeiten gehindert. In der 20m² großen Hütte, ihrem Zuhause, leben die Großmutter, die 29-jährige Mutter, die 16-jährige Andressa und weitere fünf (!) kleinere Geschwister – insgesamt gibt es vier unterschiedliche Väter, von denen keiner sich verantwortlich fühlt oder anwesend ist. Die Großmutter hält den Laden, so gut sie kann, zusammen …. Bald beobachtete man in GIRASSOL, dass das junge Mädchen noch in sich gekehrter wurde, langärmlige Kapuzenpullis auch bei größter Hitze trug und es stellte sich heraus, dass so die sich selbst zugefügten Schnittverletzungen an den Unterarmen verborgen werden sollten. Alle Versuche unserer Sozialarbeiterin und Psychologin, an das Mädchen heranzukommen und ihm zu helfen, schlugen fehl. Vor vier Monaten konnte Andressa in letzter Minute gerettet werden – die Großmutter fand sie nach einem Suizidversuch. Und nun gelang es auch, sie zu erreichen: sie fasste Vertrauen zu Sra. Cleibe, der GIRASSOL-Leiterin und sie verstand, nach vielen Stunden Gesprächstherapie, dass nicht sie die Schuld für das verkorkste Leben ihrer Mutter (die sie als 13-Jährige bekam) trägt, auch nicht dafür, dass diese bis heute nicht in der Lage ist, ihre Lebensführung zu korrigieren. Andressa trägt heute kurzärmlige T-Shirts; sie ist offener geworden; sie wird nach ihrem GIRASSOL-Abschluss eine Ausbildung in einer Bank (mit kleinem Gehalt sogar!) anfangen; ihre Großmutter ist mittlerweile ihre Erziehungsberechtigte, die auch verhindern wird, dass die Mutter an ihr Geld kommt. Weiterhin wird das Mädchen psychologisch betreut und Tania, unsere Sozialarbeiterin, sorgt dafür, dass der Familie geholfen wird, den jüngeren Geschwistern ein ähnliches Schicksal zu ersparen. Wir sind voll Zuversicht, dass Andressa, die immer stabiler und selbstbewusster wird, nicht nur ihren eigenen Weg wird gehen, sondern den Jüngeren auch wird beistehen können.

Zu Beginn des Schuljahres 2019 hatte GIRASSOL 260 Ausbildungsplätze in sechs verschiedenen Kursen anzubieten: über 1.700 Bewerber schrieben sich fürs Auswahlverfahren ein. Gezielter Förderunterricht, verstärkte psycho-soziale Betreuung unserer Auszubildenden und ihrer Familien - Tania stattete beispielsweise über 160 (!) Hausbesuche ab - , kontinuierliches „sozialisierendes Coaching“ haben dazu geführt, dass die Abbrecherquote heute bei nur noch etwa 13% liegt (zum Vergleich: in Deutschland ist, lt. dem letzten Bundesbildungsbericht 2018, die Abbrecherquote bei der Berufsausbildung zwischen 20 und 25%). In der Beliebtheitsskala liegt Schönheitspflege mit 611 Interessenten an erster Stelle, gefolgt von Bäckerei mit 408 Bewerbern auf 40 Plätze.

Musik, die verlässlichste, unkomplizierteste Form der Kommunikation bekommt ein immer größeres Gewicht in der pädagogischen Ausrichtung der Kita, hilft sie doch nachhaltig Inhalte zu vermitteln und Wissen zu festigen, fördert soziale Interaktion, kanalisiert Emotionen und noch so viel mehr. Auch bei unseren GIRASSOL-Kids wird sehr daran gearbeitet, das sozial sehr schwache Umfeld aus dem sie stammen, im Sinne ihrer gesunden Entwicklung zu beeinflussen. Die Angehörigen unserer Kinder sind so gut wie immer alleinerziehende Frauen mit extrem mangelhafter Bildung, verhaftet in einem emotionalen Filz aus Misstrauen, Vorurteilen, Ängsten, Prägung durch Gewalt und daraus resultierender Überforderung und Ablehnung Maßnahmen gegenüber, das alles zu durchbrechen. Auch damit müssen sich unsere MitarbeiterInnen Tag für Tag auseinander setzen.

Der fünfjährige Gabriel hat vier ältere Geschwister, kam 13 Jahre nach dem Jüngsten von ihnen auf die Welt – Vater abwesend. Er ist im zweiten Jahr bei uns: von Anfang an war klar, dass er schwer misshandelt wird von der Mutter. Trotz vieler Vorladungen, Gespräche und Hilfsangebote durch GIRASSOL, zeigte sie sich vollkommen uneinsichtig und widerständig, behauptete die Vorfälle wären Unfälle. Die Erzieherinnen begannen, unterstützt durch unser psycho-soziales Team, Protokolle von den Schilderungen des Kleinen anzufertigen, dokumentiert durch Fotos der Verletzungen und warnten die Mutter, das Jugendamt einzuschalten. Erst als die Frau in GIRASSOL vor der Erziehungsleiterin, einer Beamtin der Jugendbehörde und der Erzieherin nebst Sozialarbeiterin saß und ihr klar gemacht wurde, man würde ihr das Sorgerecht nehmen, das Kind im Heim unterbringen – da endlich erst war sie in der Lage, den Ernst der Situation zu begreifen. Sie willigte ein, sich helfen zu lassen, steht für die kommenden Jahre unter Aufsicht des Jugendamtes, hat eine Reihe von Auflagen zu erfüllen. Das alles ist vermerkt auf den Dokumenten des Jungen, so dass jeder Arzt, später die Schule, usw. sofort im Bilde sind. Seit nunmehr fünf Monaten gab es keinen Vorfall mehr, der Kleine blüht auf und wird zusehends weniger aggressiv und seine Mutter wirkt bedeutend ausgeglichener und lernt einen vollkommen neuen Umgang mit ihrem Nesthäkchen.

Der Hauptauftrag von SBA GIRASSOL Kids/Pro ist, Erziehung und Bildung zu vermitteln. Aber diesem Auftrag kann manches Mal nur Folge geleistet werden, wenn erst „das Leben der Leute in Ordnung gebracht“ wird. Erst durch diese Leistung ergänzt, kann sich einem GIRASSOL-Absolventen mit dem bei uns erworbenen Wissen, der Weg aus der Perspektivlosigkeit der favela ebnen; können einem Kita-Kind die volle Entfaltung und eine gesunde „Schullaufbahn“ Wegweiser in eine hoffnungsvolle Zukunft sein.

Und so entwickelt die Einrichtung GIRASSOL sich immer weiter zu einem Brücken bauenden Sozialzentrum, zum Wohle von viel mehr Menschen als nur denjenigen Kindern und Jugendlichen, die bei uns Aufnahme und Betreuung gefunden haben.

Nur durch Ihre Spenden, Ihre Unterstützung ist diese Arbeit in Grajaú überhaupt möglich – auch Sie sind Brückenbauer!

Für das in uns gesetzte Vertrauen möchten wir uns im Namen von GIRASSOL aufs Herzlichste bedanken und bitten Sie sehr darum, uns auch zukünftig weiterhin zu unterstützen.

Wir wünschen eine schöne Adventszeit, gesegnete Weihnachten und Gesundheit und Tatkraft für das Jahr 2020!

Mit nochmaligem aufrichtigen Dank grüßen Sie

 Andreas Krebs und Dr. Thomas Schmidt

Collage von Bildern aus 2019

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Sommerbrief 2019

Liebe GIRASSOL-Freunde,

die erste Hälfte unseres Jubiläumsjahres 2019 ist bereits Vergangenheit. Lassen Sie uns kurz innehalten und auf die zurückliegenden sechs Monate blicken, denn sie waren für unseren Förderverein und GIRASSOL recht ereignisreich.

Seit 20 Jahren schon engagieren sich viele Menschen mit und durch den Förderverein Girassol e.V. sehr erfolgreich für die Kinder und Jugendlichen des Sozialprojektes GIRASSOL in der Riesenstadt São Paulo/ Brasilien.

Wir sehen eine unserer wichtigsten Aufgaben auch darin, die Bekanntheit des Fördervereins zu vergrößern, um neue Interessierte zu gewinnen, die die Arbeit vor Ort zu unterstützen bereit sind. In der Frankfurter Werbeagentur PINK CARROTS haben wir Unterstützer gefunden, die mit uns Maßnahmen entwickeln, diesem Ziel näher zu kommen - pro bono! Kaum hatte unser Jubiläumsjahr begonnen, erschien in der ersten STERN-Ausgabe (700.000 Exemplare!) am 3. Januar eine ganzseitige Anzeige zu GIRASSOL; die gleiche ganzseitige Anzeige fand sich am 30. Januar in der BRIGITTE (330.000 Exemplare!). Beide Magazine erscheinen im Gruner & Jahr Verlag, der uns diese Aktion schenkte! Wir berichteten seinerzeit ausgiebig darüber auf unserer Homepage (https://www.projekt-girassol.de/index.php/aktuelles/aktuelles-hier/130-werbung-im-stern) und Facebook. Parallel dazu wurden in der gleichen Gestaltung Plakate in Postergröße und Handzettel im Postkartenformat produziert, um sie an gut sichtbaren Orten anzubringen und zu verteilen. Wenn Sie eine Möglichkeit haben, Plakate und/oder Handzettel zu verteilen (an einem schwarzen Brett/in einem Schaukasten/auf einem Event, o.Ä.), melden Sie sich doch bitte bei uns - wir schicken Ihnen das Material!

Am 18./19. Mai beteiligten wir uns erstmals mit einem Stand am 37. Internationalen Kinder- und Familienfest in Langenfeld/NRW; wiederum war unser Hauptanliegen, bekannter zu werden. Durch unser Angebot „Malen nach Zahlen“, hatten (nicht nur!) Kinder die Gelegenheit, Kindern in GIRASSOL zu helfen. Auf unserer Homepage (https://www.projekt-girassol.de/index.php/aktuelles/aktuelles-hier) und Facebook finden Sie dazu detaillierte Informationen.

Und dann fand in den letzten acht Wochen die Aktion „COMBI“ statt! Seit geraumer Zeit zeichnete sich ab, dass GIRASSOL ein neues, mehrsitziges Nutzfahrzeug brauchen würde. Der Vorstand des Fördervereins entschloss sich, wieder einen Sonderspendenaufruf hinaus zu schicken, denn der zwölf Jahre alte VW-Bus kann seinen Aufgaben nicht mehr gerecht werden. . . Wie schon vor zwei Jahren, sind wir überwältigt angesichts der so weit gestreuten Hilfsbereitschaft unserer vielen Förderer und Unterstützer. Durch die Großherzigkeit der COMBI-Spender ist die erforderliche Summe von 17.500 Euro überschritten worden und so können wir sogar noch Mittel für den Betrieb des neuen Wagens für die nächste Zeit zur Verfügung stellen!!

Über die brasilianischen Sommerferien (Dezember/Januar) wurde in GIRASSOL sehr fleißig gearbeitet – dass das so sein würde, hatten wir ja im letzten Weihnachtsbrief angekündigt. Der Kraftakt ist vollbracht! Pünktlich zum Unterrichtsbeginn im Februar, waren alle Modernisierungs- und Renovierungsarbeiten in der Schneiderei- und der Elektrik-Lehrwerkstatt dank einer erneuten großen Spende von Sternstunden e.V. aus München, abgeschlossen. Um die Ausbildung „arbeitsmarktgerechter“ gestalten zu können, war die Anschaffung von modernen, digitalunterstützten Nähmaschinen für die „Schneider“ dringend notwendig. Für die Elektroausbildung war es unabdingbar geworden, auch den Umgang mit „Industriestrom“ zu vermitteln. Das bedeutete bauliche Anpassungen und den Kauf und das Installieren zahlreicher teurer, neuer Gerätschaften und Apparaturen.

Und ebenfalls über die Sommerferien wurde für den neu geschaffenen Bäckereikurs eine nagelneue Lehrbackstube eingerichtet. Für die 40 Plätze dieses Ausbildungsgangs hatten sich 480 Menschen beworben! Die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sehen für die Auszubildenden dieses Handwerks sehr gut aus. Mit einer kleinen Feierstunde wurde im April all‘ das Neugeschaffene in Anwesenheit von einigen Gästen und Andreas Krebs vom Förderverein eingeweiht. Stolz reichten die angehenden Bäcker ofenwarme Kostproben ihres bisherigen Könnens herum. Nun zieht an jedem Unterrichtstag der köstliche Duft frischer Backwaren durch GIRASSOL und die Produkte aus der Bäckerei-Lehrwerkstatt bereichern den Speisezettel der Snacks unserer Kita-Kids J Wir sind stolz und freuen uns sehr darüber, dass Dank der reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Förderverein, Sternstunden in München und unserem Trägerverein SBA in São Paulo, diese für GIRASSOL wichtigen Schritte der Weiterentwicklung so befriedigend und erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnten. Zu all‘ diesen Maßnahmen finden Sie reichlich Informationen unter: https://www.projekt-girassol.de/index.php/aktuelles/aktuelles-dort

An einem der Fenster der neuen Backstube hängt dieses Rezept als Leitfaden beim Umsetzen aller Rezepte fürs Backen unseres täglichen Brotes.

Rezept

Im Sinne dieses Rezeptes möchten wir uns verabschieden, ohne jedoch zu versäumen, es noch mit DANKBARKEIT und uns entgegengebrachtem VERTRAUEN zu vervollständigen!

Es grüßen Sie sehr dankbar für Ihre aller Unterstützung, auf die wir auch für die vielen vor uns liegenden Aufgaben hoffentlich bauen können.
Herzlichst Ihre

Andreas Krebs und Dr. Thomas Schmidt

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Wir und das Langenfelder internationale Kinderfest

Sonnig, bunt, laut, voll!

So war‘s am vergangenen Wochenende auf dem 37. Internationalen Familien- und Kinderfest in Langenfeld/NRW! Wie kürzlich auf Facebook angekündigt, war der Förderverein erstmals mit einem Stand auf dieser Veranstaltung präsent. Unser Angebot für die Kinder: Malen nach Zahlen, das auch manchen Erwachsenen anzog ;-)). Ein 120x85cm großes Bild mit GIRASSOL-Szenen war nur in schwarzen Konturen vorgedruckt und in kleinere, nummerierte Felder unterteilt. Gegen die Spende von € 1,-/Feld konnten die Kinder die Felder ausmalen in der Farbe, die der Nummer in dem jeweiligen Feld entsprach: z. B. 1=gelb. Am Ende des Tages hatte man ein buntes Bild vor sich, ausgemalt durch Hunderte von Händen.

Die Frankfurter Agentur PINK CARROTS unterstützte uns wieder pro bono bei der Umsetzung dieser Idee, die eine riesige Akzeptanz erfuhr. Die benötigten Malutensilien schenkte uns die Firma SOENNECKEN und trug so ebenfalls dazu bei, unsere Kosten klein zu halten. Dieses Fest hat uns als Verein die Gelegenheit gegeben, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und unser Tun zu erläutern, was wiederum unsere Bekanntheit erweitert hat.Sogar eine Abordnung der altehrwürdigen Postalia stattete uns einen Besuch ab!

In Deutschland lebende Kinder mit unterschiedlichsten Herkünften haben an unserem Stand gemeinsam etwas Sinnstiftendes für mittellose Kinder in Brasilien getan, gemäß dem Motto: Kinder helfen Kindern. Als kleine Belohnung durfte sich jedes Kind das Bild im DIN A4-Format mitnehmen, um es zuhause fertig auszugestalten. Unser Dank gilt allen ehrenamtlich Helfenden, die zum Gelingen unseres Auftritts an diesem Wochenende beigetragen haben!!

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Sonderspendenaufruf verschickt

GIRASSOL braucht neues Auto

Liebe GIRASSOL-Freunde,

ist ein 12-jähriges Automobil als „alt“ zu bezeichnen?! Ganz gewiss ist es noch kein Oldtimer ... Und die Werbung versprach einst: „Der VW läuft und läuft und läuft.“

A b e r: die GIRASSOL-„Combi“ (auf Portugiesisch die! KOOUMBIE ausgesprochen) hat nun deutlich über 200.000 km auf dem Tacho, gefahren auf Straßen, die diese Bezeichnung manchmal kaum verdienen; im Dauereinsatz, um gelegentlich kranke Kinder zum Arzt zu bringen, die Markteinkäufe für die täglichen über 300 Mahlzeiten zu befördern, um Baumaterial oder Möbel zu transportieren, usw., usw., dazu vom alles zersetzenden Rost geplagt - ein Tribut an das feucht-heiße Klima in São Paulo.

Es ist die Rede von unserem „VW-Büsschen“, das GIRASSOL als Packesel dient und zum reibungslosen Betrieb der Einrichtung entscheidend beiträgt.

Vor zwölf Jahren schenkte VW do Brasil, anlässlich des Besuchs des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler, GIRASSOL dieses Nutzfahrzeug - es war eine große, hilfreiche Geste ... Der Wagen entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsvorschriften, ist mittlerweile extrem reparaturanfällig geworden und man könnte sagen: „Loch an Loch, hält aber doch noch!“ - er rostet überall. Muss jemand in GIRASSOL unerwartet zum Arzt gebracht werden, nimmt Sra. Cleibe (GIRASSOL Leiterin) dafür ihren Privatwagen, denn die „Combi“ kann für die Personenbeförderung nicht mehr mit modernen Sicherheitsgurten nachgerüstet werden. Beim Warentransport hat Sr. Antonio, unser Hausmeister und Fahrer immer öfter mit dem betagten Vehikel eine Panne ...

Kurzum: dieses Auto wird in sehr naher Zukunft aus dem Verkehr gezogen werden müssen! Und VW do Brasil baut dieses Modell schon seit einigen Jahren nicht mehr und in Brasilien auch kein vergleichbares Folgemodell. Ein fahrtüchtiger Mehrsitzer ist für GIRASSOL allerdings unabdingbar!

Die Sociedade Beneficiente Alemã (SBA), unser Trägerverein in São Paulo, ist an den Förderverein herangetreten, mit der Bitte um Unterstützung. Angesichts der schweren Wirtschaftskrise in Brasilien, die nun schon viele Jahre anhält, ist es fast unmöglich, die notwendigen Mittel für den Autokauf vor Ort aufzubringen. Das Werben um eine „Autospende“ bei der örtlichen Autoindustrie, ist bisher bedauerlicherweise aus ebendiesem Grund nicht erfolgreich gewesen.

Vor einigen Wochen wurde SBA GIRASSOL Kids/Pro eine Erbschaft zuteil. Von diesem Geld können €5.000,- bereitgestellt werden für ein neues Auto. Gebraucht werden weitere €17.500,- (inklusive Zulassungs- und Überführungsgebühren). Geplant ist der Kauf eines in Brasilien produzierten 7-sitzigen GM als Bioethanol-Benzin-Hybridmodells, dessen Sitze umgelegt, eine geräumige Ladefläche bilden.

Unser 20-jähriges Bestehen zum Anlass nehmend, hat der Vorstand des Fördervereins Girassol e.V. beschlossen, den Versuch zu unternehmen, die fehlende oben genannte Summe bis Ende Juni 2019 zusammenzutragen.

Die überwältigende Hilfsbereitschaft innerhalb der großen GIRASSOL-Unterstützergemeinschaft, die vor zwei Jahren zum Tragen kam, als es um die Finanzierung des Baus der Fotovoltaikanlage ging, hat uns ermutigt, Sie abermals um eine Sonderspende zu bitten, diesmal für den Kauf des dringend benötigten Fahrzeugs. Wie schon 2017, garantieren wir, dass, sollten die eingehenden Spenden den erforderlichen Betrag von €17.500,- übersteigen, so kommt dieses Geld selbstverständlich den alltäglichen Betriebskosten von GIRASSOL in São Paulo zugute.

Bitte helfen Sie uns, unter dem Stichwort C O M B I, GIRASSOL die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen zu können!

Sparkasse Hilden•Ratingen•Velbert
IBAN: DE25334500000034355883
BIC: WELADED1VEL
Stichwort: COMBI

Im Namen der Kinder, der Jugendlichen und der Mitarbeiter in São Paulo grüße ich Sie mit einem aufrichtigen „Dankeschön!“

Ihr
Andreas Krebs

Collage Bilder Combi

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Sparkasse Leverkusen überreicht Spendenscheck

Lesung für GIRASSOL

Zum 10. Mal findet die Leverkusener Bücherwoche Levliest statt. Andreas Krebs und Paul Williams wurden von der Sparkasse Leverkusen, einem der Sponsoren dieser Kulturveranstaltung eingeladen, aus ihrem Buch “Die Illusion der Unbesiegbarkeit” am 11. April 2019 vorzulesen. Die beiden Autoren verzichteten auf eine Gage zugunsten von SBA GIRASSOL Kids/Pro in São Paulo. Und so überreichte Markus Grawe, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Leverkusen, unserem Förderverein einen Spendenscheck über die Summe der eingenommenen Eintrittsgelder für die Lesung der beiden GIRASSOL-Unterstützer.

Außerdem konnten die Zuhörer an dem Abend auch Bücher oder Hörbuch-CDs erwerben und sich diese von den Autoren an Ort und Stelle mit einer Widmung signieren lassen. Von jedem bei dieser Veranstaltung verkauften Exemplar kamen GIRASSOL nochmals € 5,- zugute.
Es war ein überaus informativer Abend für das zahlreich erschienene Publikum, das auch an dem Sozialprojekt in Brasilien reges Interesse zeigte. Zur Einführung in die Veranstaltung hatte Andreas Krebs kurz über die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen berichtet. Während der Erfrischungspause ergaben sich viele lebhafte Gespräche zu dem Thema und es gelang den anwesenden Ehrenamtlern, den Förderverein wieder bekannter zu machen und neue Interessierte zu gewinnen. Somit sind wir unserem großen Ziel zum 20jährigen Jubiläum wieder ein Schrittchen näher gekommen: nämlich neue Unterstützer zu werben!

Wir bedanken uns bei all’ jenen Menschen, die sich anlässlich dieses Events für die gute Sache GIRASSOL eingesetzt haben aufs Allerherzlichste!

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